In Mexiko gibt es viele Feiertage.
Naja, kein Wunder, dass die Schueler alle keine Ahnung haben, wenn bei ihnen permanent die Schule ausfaellt.
Ich bin deswegen ein bisschen in der Gegend herumgefahren, habe meine Füße ins Meer gehalten und kleine Schildkröten in den Händen, habe mit einer mexikanischen Familie zu Abend gegessen, mit Kakerlaken und Eidechsen unter einem Dach gewohnt, Strandspaziergänge gemacht, war in El Tajin, Monte Alban und Mitla, drei beeindruckenden Ruinen, habe über einer Schokoladenfabrik gewohnt, mich in Oaxaca verliebt, Metzcal getrunken (den Tequila mit dem Wurm am Boden), aber zum Glück den Wurm nicht erwischt, den dicksten Baum der Welt gesehen, bin durch die Straßen Oaxacas getanzt (die übrigens an jeder Ecke nach Schokolade duften), durch einsame Gegenden Mexikos gefahren, auf dem Friedhof gewesen, habe viel, viel nachgedacht, aber auch gelacht.
Kurz gesagt: es mir gut gehen lassen, wenn das Heimweh auch noch nicht ganz verflogen ist.
Bin aber letztendlich zu dem Schluss gekommen: Mexiko ist wunderschön, wenn es auch Schattenseiten hat, die man an allen möglichen Ecken sieht. Der Wunsch etwas daran zu ändern, den gibt es wohl – nur die Möglichkeit, die - denke ich - kaum.
Ein paar Eindrücke könnt ihr euch selbst ansehen, alles Wesentliche lieber persönlich:

Ein paar weitere Tage sind vergangen. Die Zeit vergeht schnell, wenn mir auch die noch verbleibende Zeit manchmal ewig vorkommt.
Super viel neues, aufregendes erlebe ich nicht unbedingt. Die Schule nimmt mich ganz schön ein, ich habe viel zu tun.

Wirklich gefällt mir diese Schule nicht. Im Moment haben sie Stress, weil sie das Geld, das Eltern gespendet haben, damit Kinder, die zu Halbwaisen werden, dennoch auf die Schule gehen dürfen, für neue Gebäude ausgegeben haben. Alle reden sich hinaus und finden es doof, dass man jetzt mit den Fingern auf sie zeigt. Ich habe eine Meinung dazu, aber behalte die erstmal für mich :)
Viele Schüler hab ich mittlerweile gerne. Oft muss ich daran denken, wie ich wohl war, als ich noch auf so kleinen Beinen durch die Gegend gewuselt bin. Viele Dinge, die die meisten der Kinder haben, hatte ich damals nicht.
Abends bin ich schon dann und wann einmal weggewesen. Die Hälfte der Male habe ich Menschen sich prügeln sehen. Immer ein Stück weg von mir, aber dennoch immer in der Nähe. Man selber ist natürlich sicher, so lange man sich nicht einmischt (und ich werde das sicher nicht tun...). Manche Mexikaner stellen sich um die Prügelnden und filmen das Ganze mit dem Handy. Wahrscheinlich kann man sich das dann auf youtube ansehen. Yeah!