Mittwoch, 11. Januar 2012
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Unter den besternten Himmeln Mexikos
An sich ist Campeche aber ganz schön, mit kleinen bunten Häuschen, einer kleinen Stadtmauer, die die Stadt vor Piratenangriffen schützen sollte und vielen Kanonen, die in der Gegend herumstehen.
Dennoch war es eine weise Entscheidung Campeche den Rücken zuzukehren. Zum einen habe ich das schimmilige, stinkende Hostel in ein schönes Hostel mit Pool umgetauscht und zum anderen gibt es hier in der Nähe viel mehr Dinge, die man sich ansehen kann.(Und keine alten, dicken Mexikaner, die nachts auf einmal vor meiner Türe stehen)
Eines und vielleicht auch das Bekannteste davon ist Chichén Itzá-ebenfalls eine alte Mayaruine. Am 20./21. März, sowie am 21./22. September erzeugt das Sonnenlicht vor- und nachmittags die Illusion einer Schlange (der gefiederten Schlange, DEM heiligen Tier der Mayas), die die Steinstufen innerhalb einer Pyramide hinauf- oder hinunterkriecht.
Wie ihr euch leicht denken könnt, habe ich das nicht gesehen, was mit dem Datum meines Besuchs zusammen hängen könnte, kann deswegen nicht sagen, wie beeindruckend es ist, diese Schlange herumkriechen zu sehen.
Aber auch sonst wurde Chichén-Itzá nicht umsonst zum Weltkulturerbe erklärt.
Trotz der amerikanischen Touristenströme gibt es dort Ecken, in denen die Pyramiden mitten im Urwald stehen und man ein paar Minuten ganz alleine ist, alles ist still. Das waren die schönsten Momente, ohne fotografierende Touristen wirkt das ganze noch imposanter und irgendwie-friedlich.
Allerdings merkt man hier sehr, dass man in Yucatan ist. Auf der Straße wird man angesprochen und sie versuchen einem Taschen für 600 Pesos anzudrehen, für die ich in Puebla 80 bezahlt habe. Die müssen auch denken, dass Touristen keinen besonders hohen IQ haben, was auf einige der Gestalten, die hier rumlaufen (einige rollen aufgrund ihres Leibesumfangs auch eher herum...) auch mehr oder weniger zutrifft :)
Die kommende Apokalypse im Jahr 2012 ist übrigens ziemlicher Unsinn. (wer hätte das gedacht...) Denn zwar endet da der Kalender der Mayas, aber für sie gab es mehrere Welten, wenn eine endete, schloß mehr oder weniger nahtlos eine andere Welt an. Dann und wann kam es zwar bei so einem Ende zu einer Naturkatastrophe, aber generell war das nicht der Fall. Man kann also unbesorgt dem nächsten Jahr entgegenblicken.
Bevor das beginnt, setze ich mich morgen erst einmal 16 Stunden in den Nachtbus nach Puebla um dort mit Freunden und deren Familie zu feiern. Mal sehen. Traditionell gibt es hier an Silvester 12 Weintrauben, die man verzehren muss. Jede Weintraube entspricht einem Monat des neuen Jahres und zu jeder Weintraube ein Wunsch-ein paar Ideen habe ich schon, habe ja aber auch morgen 16 Stunden Zeit darüber nachzudenken, was alles kommen soll im neuen Jahr... In diesem Sinne: Einen guten Rutsch euch allen! Ich freue mich schon, euch im neuen Jahr wiederzusehen, so viel steht fest!
Sonntag, 25. Dezember 2011
Auf den Spuren der Mayas
Jetzt ist schon über die Hälfte meiner Weihnachtsreise um und wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich mir wünschen, dass sie noch ein bisschen länger dauert als die paar Tage, die noch übrig sind.
Ich habe extrem schöne Dinge gesehen und viel dazu gelernt, ein paar nette Menschen getroffen und mir (leider) zwei Mal den Magen verdorben. Das ist auch der Grund, weswegen ich immer noch in San cristobal sitze und nicht schon längst die Weiterfahrt angetreten habe.
Gestern konnte ich mich kaum bewegen aber nach sehr viel Schlaf gehts mir wieder besser und ich werde heute abend in einen Nachtbus steigen: Campeche ist das nächste Ziel.
San Cristobal ist eine schöne Stadt, wenn auch ultra touristisch, was ich nicht soo sehr mag. Umgeben ist es von viel Natur, vielen Wasserfällen und nicht zuletzt stehen hier in der "Nähe" viele Mayaruinen. Die berühmtesten habe ich mir angesehen: Palenque.
Die waren wirklich sehr beeindruckend, wenn man von den vielen Touristen absieht... Die Mayas müssen wahre Genies gewesen sein.
Ab von den Touristenpfaden waren wir dann noch in Tonina, was noch beeindruckender war, denn hier waren wir fast ganz alleine, sind die Stufen hochgewandert und haben von oben auf eine wunderschöne Landschaft geblickt. Ich habe noch nie etwas so beeindruckendes gesehen.
Dann wieder: San Cristobal, ich habe eine Wanderung durch die Wälder gemacht, mir viel über den Glauben der Mayas erzählen lassen und mir Kräuter zeigen lassen, die man essen sollte, wenn man sich nicht gut fühlt.
Weihnachten an sich hat mir auch gefallen, Kaffee trinken mit der Französin, mit der ich auch in Palenque und Tonina war und abends im Hostel Bier trinken und interessante gespräche führen. Könnte mir also schlechter gehen :)
Samstag, 10. Dezember 2011
Feliz Navidad
So weit weg von zuhause ist es gar nicht so einfach zu realisieren, dass nun wirklich bald Weihnachten ist. Aber wie soll das einem auch bewusst werden, wenn es hier tagsüber regelmäßig 30 Grad warm ist...:) Da bringt auch der mit Schneeflocken geschmückte Zocalo nichts...
Und was habe ich so getrieben in den ersten Adventswochen?

Ich war viel an der Schule, habe in der Sprachenschule gearbeitet, Spanisch gelernt, bin auf einem Konzert gewesen, habe mir beibringen lassen, was die verschiedenen Pfeiftöne der Mexikaner bedeuten, kann jetzt auf mexikanisch fluchen (finalmente! :)), habe mir den Magen verdorben, bin demzufolge krank gewesen, habe viel mexikanische Musik gehört und bin nun endlich auch stolze Besitzerin eines Sombreros :)
Nichts spannendes also, aber es war auch mal ganz gut, Ruhe zu haben, bevor die große Reise losgeht.
Nächsten Freitag ist der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien und ich muss sagen, ich freue mich schon seit drei Wochen auf diesen Tag! Und nun ist es soweit: ich kann die fehlenden Tage an einer Hand abzählen- que padre! :-P
Und was mache ich in den Ferien? Ich setze mich in einen Bus und fahre nach Oaxaca, kurz danach nach SanCristobal, dann nach Palenque und dann... muss ich mal weitersehen. 14 Tage lang werde ich unterwegs sein, erfahrungsgemäß gibts in den nächsten Wochen nur sehr sporadisch Internet. Deswegen zur Sicherheit schon auf diesem Wege:
Feliz navidad!
Montag, 28. November 2011
Die Frau Staatsministerin
Ui, hatten wir heute hohen Besuch: Die Frau Staatsministerin war höchstpersönlich an der Schule: Cornelia Pieper, die Frau, die nach Guido die zweitwichtigste Stelle im Außenministerium inne hat und natürlich der gleichen Partei wie der liebe Guido angehört: der FDP. Kein Wunder, dass ich sie nicht ernst nehmen konnte.
Aber ihr zu Ehren gab es großes Tamtam: eine zweistündige Zeremonie, in der Reden gehalten wurden, wie toll unsere Schule doch ist. Sie ist schließlich auch EXZELLENTE deutsche Auslandsschule und sehr auf die LEISTUNGEN der Schüler bedacht. Hat man diese Schule besucht, hat man auch die besten Chancen an jeder Uni der Welt. Jaja.
Ich frage mich heute noch, wie die Schule an ihren Exzellenzstatus gekommen ist und habe mich mit Schülern rumgeschlagen, die es in der 10. Klasse selbst nach zwanzig Mal erklären nicht hinbekommen haben quadratische Gleichungen zu lösen.
Daniel, ein Lehrer, hat Schüler in der 6. Klasse, die nicht wissen, wie viel 5 mal 6 ist. So viel zum Thema exzellente Bildung.
Die meisten Schüler werden ins nächste Schuljahr geschleust, weil die Eltern das Schulgeld bezahlen. So viel zum Thema, wir sind auf Leistung bedacht.
Am Freitag wurden wir extra instruiert, die liebe Conny mit "Frau Staatsministerin" anzureden und ja nur positives zu sagen. Gut, dass man mir das gesagt hat, ich wäre sonst zu ihr hingegangen, hätte ihr auf die Schulter gehauen und der alten Conny mein Herz ausgeschüttet. zum Beispiel dass dank ihrer Zeremonie die letzte Mathestunde vor der Klausur ausgefallen ist und ich die eigentlich dringend zum Vorbereiten gebraucht hätte. Aber wen interessiert das schon.
Leider ist die Podiumsdiskussion mit der Frau Staatsministerin ausgefallen, weil sie keine Zeit hatte. Ich hätte sie so gerne mal gefragt, was sie von den aktuellen Wahlergebnissen der FDP hält :)
Montag, 21. November 2011
Where do I start...
In Mexiko gibt es viele Feiertage.
Naja, kein Wunder, dass die Schueler alle keine Ahnung haben, wenn bei ihnen permanent die Schule ausfaellt.
Sonntag, 6. November 2011
Impressionen
Ich bin deswegen ein bisschen in der Gegend herumgefahren, habe meine Füße ins Meer gehalten und kleine Schildkröten in den Händen, habe mit einer mexikanischen Familie zu Abend gegessen, mit Kakerlaken und Eidechsen unter einem Dach gewohnt, Strandspaziergänge gemacht, war in El Tajin, Monte Alban und Mitla, drei beeindruckenden Ruinen, habe über einer Schokoladenfabrik gewohnt, mich in Oaxaca verliebt, Metzcal getrunken (den Tequila mit dem Wurm am Boden), aber zum Glück den Wurm nicht erwischt, den dicksten Baum der Welt gesehen, bin durch die Straßen Oaxacas getanzt (die übrigens an jeder Ecke nach Schokolade duften), durch einsame Gegenden Mexikos gefahren, auf dem Friedhof gewesen, habe viel, viel nachgedacht, aber auch gelacht.
Kurz gesagt: es mir gut gehen lassen, wenn das Heimweh auch noch nicht ganz verflogen ist.
Bin aber letztendlich zu dem Schluss gekommen: Mexiko ist wunderschön, wenn es auch Schattenseiten hat, die man an allen möglichen Ecken sieht. Der Wunsch etwas daran zu ändern, den gibt es wohl – nur die Möglichkeit, die - denke ich - kaum.
Ein paar Eindrücke könnt ihr euch selbst ansehen, alles Wesentliche lieber persönlich: