An sich ist Campeche aber ganz schön, mit kleinen bunten Häuschen, einer kleinen Stadtmauer, die die Stadt vor Piratenangriffen schützen sollte und vielen Kanonen, die in der Gegend herumstehen.
Dennoch war es eine weise Entscheidung Campeche den Rücken zuzukehren. Zum einen habe ich das schimmilige, stinkende Hostel in ein schönes Hostel mit Pool umgetauscht und zum anderen gibt es hier in der Nähe viel mehr Dinge, die man sich ansehen kann.(Und keine alten, dicken Mexikaner, die nachts auf einmal vor meiner Türe stehen)
Eines und vielleicht auch das Bekannteste davon ist Chichén Itzá-ebenfalls eine alte Mayaruine. Am 20./21. März, sowie am 21./22. September erzeugt das Sonnenlicht vor- und nachmittags die Illusion einer Schlange (der gefiederten Schlange, DEM heiligen Tier der Mayas), die die Steinstufen innerhalb einer Pyramide hinauf- oder hinunterkriecht.
Wie ihr euch leicht denken könnt, habe ich das nicht gesehen, was mit dem Datum meines Besuchs zusammen hängen könnte, kann deswegen nicht sagen, wie beeindruckend es ist, diese Schlange herumkriechen zu sehen.
Aber auch sonst wurde Chichén-Itzá nicht umsonst zum Weltkulturerbe erklärt.
Trotz der amerikanischen Touristenströme gibt es dort Ecken, in denen die Pyramiden mitten im Urwald stehen und man ein paar Minuten ganz alleine ist, alles ist still. Das waren die schönsten Momente, ohne fotografierende Touristen wirkt das ganze noch imposanter und irgendwie-friedlich.
Allerdings merkt man hier sehr, dass man in Yucatan ist. Auf der Straße wird man angesprochen und sie versuchen einem Taschen für 600 Pesos anzudrehen, für die ich in Puebla 80 bezahlt habe. Die müssen auch denken, dass Touristen keinen besonders hohen IQ haben, was auf einige der Gestalten, die hier rumlaufen (einige rollen aufgrund ihres Leibesumfangs auch eher herum...) auch mehr oder weniger zutrifft :)
Die kommende Apokalypse im Jahr 2012 ist übrigens ziemlicher Unsinn. (wer hätte das gedacht...) Denn zwar endet da der Kalender der Mayas, aber für sie gab es mehrere Welten, wenn eine endete, schloß mehr oder weniger nahtlos eine andere Welt an. Dann und wann kam es zwar bei so einem Ende zu einer Naturkatastrophe, aber generell war das nicht der Fall. Man kann also unbesorgt dem nächsten Jahr entgegenblicken.
Bevor das beginnt, setze ich mich morgen erst einmal 16 Stunden in den Nachtbus nach Puebla um dort mit Freunden und deren Familie zu feiern. Mal sehen. Traditionell gibt es hier an Silvester 12 Weintrauben, die man verzehren muss. Jede Weintraube entspricht einem Monat des neuen Jahres und zu jeder Weintraube ein Wunsch-ein paar Ideen habe ich schon, habe ja aber auch morgen 16 Stunden Zeit darüber nachzudenken, was alles kommen soll im neuen Jahr... In diesem Sinne: Einen guten Rutsch euch allen! Ich freue mich schon, euch im neuen Jahr wiederzusehen, so viel steht fest!
