Samstag, 20. August 2011

La Ciudad De Mexico



Da war ich nun fünf Tage lang an dem von den Azteken bestimmten Mittelpunkt des Universums und muss sagen, ich habe es mir am Mittelpunkt der Welt schöner vorgestellt.

Es hat ganz schön lange gedauert bis der Taxifahrer, der mich vom Flughafen zum Hostel bringen sollte, herausgefunden hat, wo in dieser großen, vollen Stadt nun die Straße liegt, in der mein Hostel war und von der er mir hundert Mal versichert hat, dass es sie nicht gibt. Ich hatte schon entspanntere Fahrten, aber letztendlich hat alles geklappt und ich bin gut im Zentrum Mexiko-Stadts angekommen.

Das Hostel war gemütlich und klein, die Leute sehr nett. Jeden Tag wurde ein Ausflug angeboten und ich war sehr froh, die ersten Tage nicht allein durch die Gegend spazieren zu müssen.

Ich war auf Märkten, auf denen man tote Ziegen, Hasen, Vögel etc. kaufen konnte, die auch tatsächlich noch so aussahen. Auch Würmer gab es viele und tote Ameisen. Hmm. Zum Glück habe ich als Vegetarier eine gute Ausrede, solche Lebewesen nicht zu essen :)

Von einem Markt zum anderen kommt man am besten mit den Bussen oder mit der Metro, in der es eigene Abteile für Frauen gibt, wenn zu viele Menschen auf dem Bahnsteig stehen. Die Sitze im Bus sind für meine Größe nicht gemacht, ebenso wenig wir für meine Beinlänge und ich bin jedes Mal sehr froh gewesen, dass die Stationen nur so kurz waren und ich nicht Stunden zusammengekauert dort sitzen musste.

Allgemein falle ich sehr auf. Die meisten Mexikaner überrage ich um mindestens einen Kopf, wenn nicht sogar mehr und dieses angestarrt werden ist etwas, an das ich mich erst noch gewöhnen muss. Wenn es natürlich auch so schlimm nicht ist.

Wenn Mexiko-Stadt auch voller kleiner Menschen und lauter Autos ist, so muss man doch sagen, dass es ein sehr geschichtsträchtiger Ort ist: hier war, wie schon gesagt, für die Azteken der Mittelpunkt des Universums. Niedergelassen haben sie sich dort, weil sie einen Adler beobachten konnten, der auf einem Kaktus eine Schlange gegessen hat, was immer noch auf der mexikanischen Flagge abgebildet ist. Hier hatten sie viele Tempel gebaut und ein kleines Imperium errichtet, das solange glücklich und zufrieden leben konnte, bis die Spanier kamen und die meisten Tempel und ähnliches zerstörten, vor allem deswegen, weil ihnen der Glauben der Azteken Angst machte.

Ich finde das äußerst spannend und bin einen ganzen Tag lang durch das Museum gepilgert, in dem die Geschichte der Mayas und Azteken ausgestellt ist.

Von diesem alten Imperium ist heute nicht mehr viel übrig und an den meisten Stellen in Mexiko-Stadt sieht man doch den sehr europäischen Einfluss. Wenn ich auch sagen muss, dass es teilweise wirklich schöne Gebäude gibt, war ich schon begeisterter vom Anblick einer Stadt.

Auf dem Foto oben müsste man im Hintergrund eigentlich Berge sehen, denn Mexiko-Stadt liegt hoch, mitten in der Sierra Nevada.

Leider hat mich der Höhenunterschied (glaube ich...), sowie die Zeitverschiebung und wahrscheinlich auch der im Moment fehlende Stress für zwei Tage völlig ausgeknockt, so dass ich nicht alles sehen konnte, was ich wollte.

Frida Kahlo habe ich gesehen, zumindest ein Bild von ihr und hätte gerne noch ihr Haus besucht. Ebenso wie die Pyramiden, die die ehrwürdigsten Pyramiden Mexikos sein sollen und direkt im Norden der Stadt zu finden sind. Na, da muss ich mich wohl nochmal ins Getümmel wagen :)


















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